Märchenstunde – positive Verstärkung setzt keine Grenzen

Den positiv arbeitenden Hundebesitzern wird oft unterstellt, sie setzen dem Hund keine Grenzen.
Was bedeutet “Grenzen setzen”?


Wir setzen unseren Hunden täglich sehr viele Grenzen. Durch eine Leine ist ihnen schon ein selbstgewählter Aufenthaltsort verwehrt. Wir möchten nicht, dass Hund in Vorgärten oder an Zäune uriniert. Wir lassen soziale Kontakte nicht zu. Hund darf nicht auf die Couch, in die Küche oder ins Bad. Er darf nicht zur Tür, wenn der Paketbote klingelt. Sprich, wir schränken ihn in seiner Bewegung sehr ein.

Jeder Hundebesitzer stellt andere Grenzen und Regeln für das Zusammenleben auf. Der Hund darf nicht aufs Sofa, weil entweder keine Haare drauf erwünscht sind oder erhöhte Liegeplätze als problematisch angesehen werden. Vertreter der längst überholten Rangordnungs- und Rudeltheorien betonen das Thema Grenzen setzen sehr stark. In diesen Fällen ist das Setzen von Grenzen aber oft an die Begriffe Macht und Autorität gekoppelt.

Der Halter setzt seine eigenen Interessen durch, ohne auf die Bedürfnisse des Hundes zu achten. Leider oft auch auf aversive Weise und dies endet meist in Unterdrückung.

Ich für mich definiere das Setzen von Grenzen eher als das Aufstellen von Regeln für das Zusammenleben.

Oskar zieht, weil er wo hin will, aber nicht darf.
Geht “Grenzen setzen” auch positiv?

Ich arbeite positiv verstärkend und mein Hund geht weder über Tisch noch Bänke, noch holt er sich mein Frühstücksbrötchen vom Teller. Möchte ich nicht, dass der Hund auf die Couch geht, verstärke ich alles, was abwenden von der Couch ist. Demnach marker und belohne ich, wenn Hund auf den gewünschten Plätzen liegt. Hoppst er doch mal aufs Sofa, schicke ich ihn nett runter und belohne das.

Die Vorteile liegen auf der Hand..

Der Hund lernt auf nette Art und Weise, was ich von ihm möchte. Er lernt dies mit Spaß, unsere Beziehung leidet nicht unter rauhen Erziehungsmethoden und wir leben entspannt zusammen. So kann ich jede Grenze oder Regel positiv vermitteln, ohne dass der Hund frustriert oder gehemmt wird.
Die “Weltherrschaft” ist und war nie gefährdet..

Mein Hund hat weder die Weltherrschaft an sich gerissen noch kämpft er um irgendwelche „Privilegien“, nur weil ich ihm meine Regeln nett vermittelt habe.

 

Quelle: http://markertraining.de/marchenstunde-positive-verstarkung-setzt-keine-grenzen/