Bestrafen Sie Ihren Hund?

Bestrafen Sie Ihren Hund?
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Im Folgenden ein Auszug:

 

Die Basis für ein angenehmes Zusammenleben mit einem Hund, ist meines Erachtens nach, zu wissen was mein Hund tun soll. Es reicht nicht zu wissen, was er nicht tun soll. Der nächste Schritt ist zu kommunizieren und das richtig.

 

Sehr vielen Hundebesitzern passiert der Fehler, dass sie den Hund bestrafen (schimpfen, wegstoßen, schlagen, anschreien usw.). Das ist in meinen Augen nicht nur falsch, sondern auch respektlos und schlicht unnötig. In der ersten Sekunde tritt in den meisten Fällen sogar der gewünschte Erfolg ein: der Hund hört mit dem unerwünschten Verhalten auf, weil er einfach von der Reaktion des Menschen überrascht ist. Aber er hat nicht die geringste Chance zu verstehen. Zu verstehen was er falsch gemacht hat und was er stattdessen tun soll.


Daher mein klarer Tipp: Fair bleiben und mit dem Hund kommunizieren. d.h.: erwünschtes Verhalten bestätigen, anstatt unerwünschtes zu bestrafen. Ich bin ein Freund des Klickers und sehe die unglaublich tollen Erfolge tagtäglich mit meinen Hunden, aber auch in jedem Training mit den Hunden meiner Kunden. Der Klicker gibt dem Hund zuverlässig und zum richtigen Zeitpunkt (Timing ist wichtig!) zu verstehen, dass sein Verhalten richtig war, dass der Mensch sich darüber freut und erwartet danach seine Belohnung (Leckerli, Spiel, kuscheln usw.)

d.h. erwünschtes Verhalten → Klick → Belohnung

 

Je nach unserer Tagesverfassung und Stimmung klingt ein „brav, gut gemacht“ anders. Der Klick des Klickers klingt immer gleich, es ist also für den Hund eine zuverlässige Bestätigung. Die Belohnung kann variieren, aber sollte für den Hund zweifelsohne wirklich positiv sein.

 

Zur Veranschaulichung ein kleines Beispiel: der Hund springt dem Menschen hinauf. Meistens mag das der Mensch aus verschiedenen Gründen nicht. So reagiert der Mensch abweisend, schnauzt den Hund an, schiebt ihn weg und ähnliches. Für den Hund heißt das „juhu, ich bekomme Aufmerksamkeit von meinem Menschen, wenn ich raufspringe.“ Ob das nun positive oder negative Aufmerksamkeit ist, ist für den Hund in diesem Moment egal. Wie schon oben erwähnt, nur zu wissen was der Hund nicht tun soll, ist zu wenig.Welche Möglichkeit hat der Mensch nun? Ganz klar: Wiederum das erwünschte Verhalten richtig bestärken! Zum Beispiel, dass der Hund am Boden bleiben soll, dann bestätige ich, den Moment indem alle vier Pfoten des Hundes am Boden stehen und ignoriere das Hinaufspringen. Im besten Fall, gar nicht soweit kommen lassen, dass der Hund die Gelegenheit hat hinauf zu springen, also wäre es optimal zu zweit bzw. mit einem Trainer gemeinsam zu üben.

 

In meinem Training, sind zwei weitere Aspekte wichtig. Das Aufmerksamkeitssignal und das Abbruchsignal.

Das Aufmerksamkeitssignal dient dazu, wie der Name schon sagt, dass ich die Aufmerksamkeit meines Hundes erlange und ihn so gegebenenfalls umlenken kann. Ich kann so unerwünschtes Verhalten unterbrechen und schnell in ein anderes, gewünschtes Verhalten umlenken.

Das Abbruchsignal dient dazu, dass der Hund das unerwünschte Verhalten unterbricht. zB.: wenn er dabei ist, auf der Straße gefundenes zu fressen und ich das sofort unterbinden möchte. Danach erfolgt wieder die Umlenkung in erwünschtes Verhalten.

 

Wie ganz klar zu erkennen ist, ist das Zusammenleben mit einem Hund auch mit Arbeit verbunden. Arbeit die Spaß machen soll, die die Bindung stärkt, die Nähe und Vertrauen schafft. Kein Hund kommt auf die Welt und beherrscht sämtliche Kommandos und ist der perfekte Familien-Vorzeige-Hund. Aber jeder Hund kann es zusammen mit Ihnen als Besitzer werden :-)

Ein faires Training, braucht keine Bestrafung!

 

Quelle: Caroline Wagner -Nasenstube; ganzer Artikel im Magagzin "Your Dog" Ausgabe Jän/Feb 2015