Alle Jahre wieder – Silvester! Hilfestellung für Hunde mit Geräuschangst

Viele Hundehalter berichten, dass die ersten zwei oder drei Jahreswenden für Ihren Hund kein Problem darstellten und er keine sichtbaren Anzeichen von Angst zeigte. Doch auf einmal reagierte er zur Jahreswende völlig anders als sonst. Das hat er noch nie gemacht...

Die Stressreaktion und die Emotion Angst liegen eng beieinander, da sich beide Systeme neuronale Wege im Gehirn teilen. Allerdings bedeutet es nicht automatisch, wenn der Hund Stresszeichen zeigt, dass er auch gleichzeitig Angst hat. Die körperlichen Stresssymptome können auch von anderen Emotionen wie Aggression oder Trennungsstress hervorgerufen sein, aber ebenso auch von positiven Emotionen. Eine Stressreaktion muss nicht immer negativ behaftet sein.

Wir können uns ziemlich sicher sein, dass der Hund Angst empfindet, wenn das Bewegungsmuster des Hundes dazu dient, die Distanz zum Angstauslösers zu vergrößern.
Das kann von kaum erkennbaren Verhaltensweisen wie Körperschwerpunkt leicht nach hinten verlagern, Ohrwurzeln tendieren nach hinten, Rute senkt sich oder wird eingezogen bis hin zu Meide- und Fluchtverhalten und Verkriechen gehen.
Weitere Verhaltensweisen wie beispielsweise verstärktes Hecheln, vermehrtes Speicheln, motorische Unruhe, Zittern, Bellen, Jaulen, Winseln, Einfrieren, Absetzen von Urin und Kot, eine erhöhte Reizbarkeit, etc. sind typische Stressreaktion, die auch bei Angstverhalten auftreten können, aber auch anderen Emotionskreisen zugeordnet werden können. Es müssen nicht alle Reaktionen gleichzeitig auftreten und nicht jeder Hund zeigt alle Reaktionen zeitgleich. Dies kann sich individuell unterscheiden.

Ängste können sich schleichend entwickeln und gerade Silvester ist ein Klassiker für den Verlauf von Angst! Auch wenn wir an der Körperoberfläche des Hundes keine Veränderungen feststellen, wissen wir nicht, was im Inneren des Hundes bereits am Brodeln ist, denn im Inneren des Hundes entsteht die verantwortliche Emotion Angst. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass ein Hund völlig entspannt ist, solange wir keine körpersprachlichen Anzeichen für Angst an diesem Hund sehen.

Reize wie zum Beispiel Donner, Schüsse und auch Feuerwerk sind Geräusche, die sehr laut und plötzlich auftreten – ohne, dass man sie vorhersagen könnte und ohne, dass sie einem Muster folgen. Vor allem diese Unberechenbarkeit lässt die Hunde schnell einen Kontrollverlust spüren. Kontrollverlust bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Hund keine Möglichkeiten findet, seine aus den Fugen gebrachte Homöostase wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Homöostase dient dem Organismus zur Aufrechterhaltung des inneren Gleichgewichtes mit Hilfe von Regelkreisen zwischen Hypothalamus, Nerven- und Hormonsystem. Verhaltensreaktionen, die er in diesen Situationen ausprobiert, bringen ihn nicht zum Erfolg.
Ein Beispiel für die Homöostase: Wenn Ihrem Körper zu warm ist, reagiert er mit Schwitzen und bringt durch diese körpereigene Temperaturregelung die Homöostase wieder ins Gleichgewicht.
Stellen Sie sich vor, Sie sind auf einem Konzert und haben Platzangst. Am Ende der Veranstaltung merken Sie, wie die Menschenmassen, die ebenso nach Hause möchten, Ihnen immer stärker zusetzen. Sie werden unruhig, spüren wie Ihr Kreislauf sich verändert, Ihnen wird warm und kalt... Dann halten Sie Ausschau nach dem bestmöglichen Weg, um aus der Konzerthalle hinaus zu kommen und finden ihn auch. Was ging in Ihrem Körper vor? Sie spürten, wie sich ein Kontrollverlust ankündigte, konnten aber für sich eine Verhaltensstrategie finden, die Ihnen dies ersparte. Somit kam Ihre Homöostase wieder ins Gleichgewicht.

Angst ist kein schönes Gefühl und wir kennen es alle selbst, wie es sich anfühlt, einer Situation ausgesetzt zu sein, die wir nicht beeinflussen und berechnen können. Wir fühlen uns hilflos, machtlos und stellenweisen handlungsunfähig. Wir erleiden ebenso einen Kontrollverlust, wie es unsere Hunde in Konfrontation mit Angstauslösern erleiden.

Angst entsteht im Gehirn und ist als eine der ältesten Emotion eine biologische Notwendigkeit zum Überleben. (Anmerkung: Das seeking system ist ebenso eine der ältesten Emotionen.)
Der Reiz wird vom Thalamus über eine kurzen Weg von etwa 2 Millisekunden an den Mandelkern (=emotionale Schalt-/Bewertungsstelle) geleitet. Diese kurze Strecke ist notwendig, um sehr schnell und ohne Nachdenken reagieren zu können. Die andere Strecke der Reizleitung geht zur Großhirnrinde (Kortex) und benötigt circa 24 Millisekunden. Im Kortex wird der Reiz analysiert, damit ein genaueres Bild der Situation entsteht.
Stellen Sie sich vor, Sie laufen beispielsweise nachts auf der Straße und hören auf einmal hinter sich schneller werdende Schritte. Sie erschrecken, drehen sich eventuell um und weichen zur Seite aus. Für diese Reaktion ist der Mandelkern verantwortlich. Dann stellen Sie fest, dass es ein Freund ist, der Ihnen Ihre Jacke bringt, die Sie beim Besuch vergessen haben. An dieser Stelle hat der Kortex sich bereits ein Bild gemacht.

Junghunde und ältere Hunde sind besonders gefährdet, eine Geräuschangst zu entwickeln. Die Jugendentwicklung bietet durch den großen Umbau im Gehirn und dem erhöhten Stresshormonspiegel im jungen Körper, einen sehr empfänglichen Nährboden für Angstverhalten. Bei den jungen Fellkindern führt der Trainingsvorschlag: "Da müssen sie durch und dies verwächst sich, wenn sie älter werden!" meist nicht zum Erfolg.
Bei den Hundesenioren lassen die Sinnesreize mit der Zeit nach. Daher können alte Hunde schneller Ängste entwickeln. Sie können, obwohl die Hörleistung nachlässt, auch eine Geräuschangst entwickeln, weil es ihnen schwerer fällt, die Reize wahrzunehmen und einzuordnen. Die Hunde reagieren verwirrter, unsicherer und sensibler auf Reize aus der Umwelt, was häufig Angst- und/oder Aggressionsverhalten nach sich zieht.


Wie verhält man sich in solchen Fällen richtig seinem Hund gegenüber?
Verstärke ich womöglich die Angst, wenn ich ihm Zuflucht, Sicherheit, Aufmerksamkeit, Streicheln und Trost bieten möchte? Belohne ich nicht die Angst, wenn ich dem Hund Futter oder Kauartikel anbiete, während er Angstverhalten zeigt?
Mit Gewissheit nicht! Sie können das vorhandene Angstgefühl durch positive Zuwendung nicht verstärken. Es sei denn, die Zuwendung durch den Menschen wird vom Hund als unangenehm empfunden. Dies kann durch eine bedrohliche Körpersprache während dem Streicheln passieren. Außerdem könnte der Hund es als bedrohlich oder unangenehm empfinden, wenn man sich über ihn beugt, ihn körperlich so einschränkt, dass er aus der angstauslösenden Situation nicht heraus kann und dabei die angstauslösenden Reize nicht schwächer werden oder man den Hund an Stellen des Körper berührt, die für den Hund schmerzhaft sind. Doch beachen Sie: Was als bedrohlich oder unangenehm empfunden wird, entscheidet dabei immer das Hundegehirn. In diesem Fall würde die Aussage stimmen, dass der vom Mensch erdachte Trost die Angst des Hundes verschlimmert.

Daher sollten Sie Ihren Hund genau beobachten und lernen, was ihm gut tut. Als menschliche Hilfestellung für den Hund gibt es eine ganz einfache "Rechnung":


Negative Emotion (des Hundes) + positive Reaktion (des Menschen)
= Schwächung der negativen Emotion (des Hundes).
Ihr Hund erschrickt durch einen Knall und empfindet Ihre körperliche Nähe als etwas Angenehmes. Dann bieten Sie es ihm an. Dies wird seine Angst schwächen.

Positive Emotion (des Hundes)+ negative Reaktion (des Menschen)
= Schwächung der positiven Emotion (des Hundes).
Ihr Hund freut sich andere Hunde zu sehen, bekommt aber jedes Mal einen Ruck über die Leine, wenn er andere Hunde sieht. Die Folge wird sein, dass er sich bald nicht mehr freuen wird, wenn er Artgenossen sieht.

Negative Emotion (des Hundes)+ negative Reaktion (des Menschen)
= Stärkung der negativen Emotion (des Hundes).
Ihr Hund hat an Silvester Angst und sucht Ihre Nähe, doch Sie weisen ihn fort oder ignorieren ihn. Dies würde seine Angst noch verstärken!

Positive Emotion (des Hundes)+ positive Reaktion (des Menschen)
= Stärkung der positiven Emotion (des Hundes).
Ihr Hund freut sich, wenn Sie sein Futter zubereiten und er es dann serviert bekommt. Er wird sich bei der nächsten Mahlzeit wieder freuen. ;-)

Zusammengefasst bedeutet dies, dass Sie als erstes wissen sollten, was Ihr Hund als angenehm oder unangenehm empfindet.
Halten Sie sich vor Augen, dass Emotionen erst dann verstärkt werden, wenn eine Emotion mit dem gleichen emotionalen Inhalt hinzukommt (unangenehm + unangenehm / angenehm + angenehm).
Ausgangsemotion können Sie nicht verstärken, wenn es der emotionale "Gegenspieler" ist (unangenehm + angenehm / angenehm + unangenehm).


Welche Optionen stehen uns für den Jahreswechsel zur Verfügung?
Wir können unseren Hunden Hilfestellungen anbieten, ihnen den Wunsch nach Nähe, nach Rückzugsmöglichkeiten und Geborgenheit bieten! Viele Hunde nehmen folgende Hilfen sehr dankend an:
Thundershirt: eine Art Stretchmantel, der um den Hundekörper angelegt und womit leichter Druck auf die Körperoberfläche ausgeübt wird. Dieser Druck stimuliert die Ausschüttung von Oxytocin, welches unter anderem als Hormon Entspannung auslösen kann. Oxytocin ist der Gegenspieler des Stresshormons Cortisol. Das Einzige, worauf Sie achten sollten, ist der Klettverschluss des Thundershirts. Dieser muss stabil genug sein, um den angenehmen Druck entstehen zu lassen und er ist daher etwas laut beim Öffnen und Schließen. Achten Sie bitte darauf, dass Ihr Hund keine Angst vor dem Geräusch des Klettverschlusses bekommt.
Aufbau von verschiedenen konditionierten Entspannungssignalen und Einsatz der Easy Dogs AROMA Training & Therapie.
D.A.P. (Dog Appeasing Pheromon) ist ein synthetisch hergestelltes Pheromon, dass dem Pheromon der Gesäugehaut der laktierenden Hündin nachgeahmt wurde. Hunde, die von Ihrer Mutter ein wünschenswertes Brutpflegeverhalten erleben durften, sind quasi von Geburt an, auf dieses Pheromon konditioniert. Das D.A.P. hat deshalb oft eine beruhigende und entspannende Wirkung auf Hunde.
Ihre Nähe oder der Keller? Lassen Sie dies Ihren Hund entscheiden, was für ihn angenehmer ist. Wenn sich Ihr Hund dazu entschließt, sich lieber zu verkriechen, dann bieten Sie ihm diese Möglichkeit. Sollte Ihr Hund aber Ihre Nähe suchen, dann sind Sie für ihn da. Auch bei Körperkontakt wird das oben erwähnte Hormon Oxytocin ausgeschüttet.
Wenn der Hund einen Schlafplatz hat, den er mit Entspannung verknüpft hat, (Komfortzone, die unten im Text genannt wird), kann man diesen in Räumen unter bringen, in denen sich Hunde zu Silvester gern aufhalten, z.B. fensterlose Räume.
Bieten Sie Ihrem Hund zum Beispiel einen Kauartikel oder einen gefüllten Kong zu Silvester an, mit dem er sich länger beschäftigen kann. Geben Sie diese Art der Beschäftigung nicht erst um 24:00 Uhr, sondern gern schon zu einem früheren Zeitpunkt, so dass sich der Hund auch darauf einlassen und der Kauartikel / Kong als Aufmerksamkeitsteiler wirken kann.
Seien Sie für Ihren Hund da! Wenn Sie mit Freunden feiern möchten, laden Sie die Freunde zu sich nach Hause ein. Im gewohnten Umfeld fühlt sich Ihr Hund wohler. Wenn Sie weitere Stressfaktoren ausschließen möchten, denken Sie bitte daran, dass laute Musik, laute Stimmen und alkoholisierte Gäste Ihren Hund ebenfalls ängstigen können.
Ebenso kann es sein, dass andere Gasthunde als Stressoren auf Ihren Hund wirken. Klären Sie dies im Vorfeld ab, ob eventuelle Schwierigkeiten zwischen den Hunden auftreten könnten.
Wenn Sie zu Naturheilmittel oder zu verschreibungspflichtigen Medikamenten greifen, beachten Sie bitte, dass diese auch Nebenwirkungen haben können. Es können unter anderem Allergien auftreten und auch unerwünschte Verhaltensveränderungen, wie Aggressionsverhalten, aufgrund einer allgemeinen Enthemmung des Hundes wahrscheinlicher werden. Das L-Theanin hat sich oft sehr gut bewährt:
"Viele Trainerkollegen und ich selbst haben sehr gute Erfahrungen bei der Unterstützung von Hunden, die Angst- und Stressymptome zeigen, mit der Aminosäure L-Theanin gemacht. Diese Aminosäure bewirkt im Gehirn vermehrt die Entstehung von Alpha-Wellen, was zu einem entspannteren Zustand im Lebwesen beiträgt. Nebenwirkungen sind bisher in der aktuellen Forschung nicht bekannt. In der Anwendung mit Kunden und ihren Hunden konnte bisher keine enthemmende Wirkung festgestellt werden. L-Theanin sollte wie jedes Naturheilmittel oder Psychopharmaka langsam ausgeschlichen und nicht einfach abgesetzt werden.
Die Gabe von L-Theanin sowie von Naturheilmitteln oder Psychopharmaka sollte mit dem Trainer abgesprochen werden und dies sollte niemals ein gut durchdachtes Training ersetzen, sonder eine begleitende Maßnahme zur Unterstützung sein." (Ulrike Seumel)
Trost spenden ist definitiv nicht verkehrt, wenn man das “Wie” beim Trösten beachtet. Ihre Körpersprache sollte für den Hund in keiner Weise beängstigend und bedrohlich wirken. Dies könnte aber passieren, wenn Sie zum Beispiel Ihren Hund ins Gesicht starren, Sie sich für den Hund zu frontal ausrichten oder sich über ihn beugen. Ebenso kann gut gemeinter Trost, die Angst verstärken, wenn der Hund körperlich so massiv eingeschränkt wird beispielsweise durch Umarmen, Tragen oder Festhalten, dass ein Meideverhalten nicht ausgeübt werden kann, der Hund der angstauslösenden Situation trotz des wohlgemeinten Trostes, weiterhin ausgesetzt ist und der Angstauslöser dabei nicht schwächer wird. Zum Beispiel es ist 24:00 Uhr und Sie möchten sich gern das Feuerwerk mit Ihrem Hund zusammen ansehen. Sie nehmen ihn auf den Arm, weil Sie denken, so kann ich ihn trösten, ihm meine Aufmerksamkeit schenken und dann wird es schon nicht so schlimm werden. Sie zwingen ihn aber noch näher in das Silvestergeböller (Angstauslöser) hinein. Hier mit verstärken Sie seine Angst, auch wenn Sie es gut meinen, da Sie keine ihm angenehme Distanz zum Angstauslöser aufbauen und diesen nicht abschwächen können.
Beobachten Sie Ihren Hund und probieren Sie auch mal Dinge aus, um zu erfahren, was ihm gut tut. Manche Hunde entspannen sich wunderbar im Auto oder während des Autofahrens. Singen Sie Ihrem Hund etwas vor oder testen Sie unterschiedliche Leckereien aus. Wenn der Hund bei erhöhtem Erregungsniveau die Rinderkopfhaut nicht anrührt, kann es durch aus sein, dass er beispielsweise einen gefüllten Kong mit Hüttenkäse und Leberwurst sehr gern annimmt. Werden Sie kreativ zum Wohle Ihres Hundes!
Bauen Sie durch Training über positive Verstärkung eine gute Basis auf, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. Dies ist besser als solange zu warten, bis Sie handeln müssen!


Egal, ob ihr Hund bereits eine Geräuschempfindlichkeit entwickelt hat oder nicht, ist es ratsam einen Komfort-/Wohlfühlplatzes aufzubauen. Einen sicheren Platz, den der Hund, wann immer er es benötigt, später selbstständig für sich als Bewältigungsstrategie wählen und aufsuchen kann.
Praktisch wäre ein mobiler Gegenstand zum Beispiel eine Decke, ein Handtuch, eine Box oder ein Kennel, der seinen Einsatz beispielsweise ebenso bei einem Aufenthalt in der Klinik, im Urlaub oder auch in der Ferienbetreuung des Hundes findet.
Belegen Sie diesen Wohlfühlplatz mit vielen positiven Erlebnissen. Das bedeutet, Kauartikel werden in dieser Zone bearbetet, Kuscheleinheiten mit Ihnen und das Entspannungstraining finden genau in dieser Zone statt.

Wenn Ihr Hund bereits auf laute Geräusche reagiert, können Sie jetzt schon davon ausgehen, dass Silvester sehr unangenehm für Ihren Hund wird. Eine Geräuschempfindlichkeit kann man beispielsweise mit einer Geräusche-CD unter fachgerechter Anleitung, also mit einem Trainer vor Ort, angehen. Warten Sie mit diesem Schritt nicht zu lange, den Angst zieht ihre Kreise und verschlimmert sich schneller als Ihnen lieb ist.

Empfindet Ihr Hund länger anhaltende Geräusche, wie Flugzeuge, Sirenen, Haushaltsgeräte und so weiter als bedrohlich, wäre hier der Einsatz von der Intermediären Brücke sehr effektiv. Dies verbessert die Stimmung Ihres Hundes, weil er gelernt hat, dass nach der Intermediären Brücke der Marker folgt und dieser etwas Positives verspricht. Es ist für den Hund berechenbarer, weil er durch die Intermediäre Brücke erfährt, dass das Schlimme gleich vorbei ist.

Bei Hunden, die Silvester noch nicht als Angstauslöser auf ihre Liste der Bedrohungen gesetzt haben, bietet das „Schön Füttern“ eine sehr gute Alternative, Silvester erst gar nicht auf die Liste kommen zu lassen. Jedes mal, wenn der potentielle Angstauslöser erscheint, passiert etwas sehr Schönes für Ihren Hund. Es knallt und es fliegt daraufhin eine Hand voller Leckerchen vor Ihrem Hund auf den Boden, die er dann aufsammeln kann oder Sie starten eine schöne und positive Interaktion mit Ihrem Hund wie zum Beispiel Kuscheln, Spielen oder Sie lassen ihn einen seiner Lieblingstricks zeigen.
Für Hunde, bei denen Silvester bereits ganz oben auf der Angstauslöser-Liste steht, ist das „Schön Füttern“, die sogenannte Gegenkonditionierung, ein guter Einstieg in die Bewältigung von Angstverhalten. Aber Sie werden allein damit nicht sehr weit kommen, wenn Ihr Hund bereits eine Geräuschangst entwickelt hat.
Der Hund wird sicherer und entspannter, wenn er die Chance bekommt, eine Strategie oder Alternative als Bewältigung zu erlernen. Ein Verhalten, das er selbst in angstauslösenden Situationen steuern und ausführen kann, wird ihm ein großes Stück weiterhelfen, weil er dadurch ein wenig Kontrolle zurück erhält.
So ein Verhalten könnte zum Beispiel das Aufsuchen eines sicheren Platzes sein.

Falls Ihr Hund zum Fluchtverhalten tendiert, lassen Sie ihn draußen bei Ihren Spaziergängen bitte mehrere Tage an der Leine und nicht nur am Silvesterabend. Es wäre nicht das erste Mal, dass Hunde bei einem unerwarteten Böller erschrecken und davon laufen.

Zum Abschluss möchte ich Sie an einer persönlichen Erfahrung mit unseren Hunden teilhaben lassen. Unser Golden Rüde Gismo (geb. 2001) empfand in seinen ersten drei Jahren Silvester aus unserer Sicht ziemlich unspektakulär. Er kam im ersten Jahr sogar mit aus dem Haus und schaute den Raketen zu. Seine Reaktionen wurde aber von Jahr zu Jahr schlimmer und wir begannen ihm Hilfestellungen zu geben. So kam es ganz automatisch, als unsere Hündin bei uns einzog, dass sie ganz nebenbei und ohne, dass wir uns damals Gedanken darüber machten, Silvester als sehr schmackhaft und positiv erlebte. Bei unserem jüngsten Rüden verknüpfe ich von Anfang an laute Geräusche mit etwas Positivem und dies nicht nur am Ende des Jahres.

 

Quelle: http://www.easy-dogs.net/home/blog/training/heike_benzing/silvester_benzing.html